Liebe Menschen
Liebe Menschen,
alles neu macht der Mai – das werden sich jedenfalls am 6. Mai die Wähler in Schleswig Holstein und am 13. Mai in Nordrhein-Westfalen denken.
Was werden die Landtagswahlen bringen? Das bevölkerunsgreichste und eines der größten Flächenländer werden für die FDP die Weichen stellen – Revival oder Abstellgleis. Entweder schafft sie es in den beiden Ländern über 5 Prozent oder sie ist Geschichte.
Philip Rösler wird auf alle Fälle Geschichte sein. Wenn Lindner und Kubicki den Sprung über die 5 Prozent-Hürde schaffen ist er sein Amt los weil die beiden es besser können. Wenn sie es nicht schaffen, ist er sein Amt los, weil ihm der Misserfolg angekreidet wird.
Das Motto, das auf dem Bundesparteitag der FDP ausgerufen wurde, heißt „Wachstum“. Das klingt wie eine Mischung aus Selbstironie und verzweifeltem Flehen an das Universum.
Nun ist die FDP aber leider überflüssig, weil es ja seit dreißig Jahren die Grünen gibt und die sich inzwischen zur eigentlich bürgerlichen Kraft entwickelt haben.
Bei den Grünen versammeln sich die Besserverdiener, die im Bio-Supermarkt einkaufen und Angst vor Überfremdung haben, wenn in der Klasse ihres Kindes ein türkisches Kind auftaucht.
Das sind natürlich politisch korrekte Menschen – sie würden nie etwas gegen ausländische Mitbürger sagen – sie ziehen einfach in einen anderen Stadtteil.
Die Grünen haben am meisten Angst vor den Piraten – völlig zu Recht. Es ist nicht auszuschließen, dass die Piraten in NRW die rot-grüne Regierung verhindern und die SPD in eine Koalition mit der CDU zwingen – als Juniorpartner.
Heribert Prandl hat in einem – wie immer - sehr klugen Artikel in der Süddeutschen Zeitung die Frage gestellt, ob wir in Deutschland wirklich drei liberale Parteien brauchen, die FDP, die Grünen UND die Piraten? Was wollen die Piraten eigentlich? Es ist viel von Freiheit die Rede – auch die Freiheit vorm Urheberrecht?
Nun geht die Autorin dieser Zeilen davon aus, dass die Piraten auch für ihre Arbeit bezahlt werden wollen.
Nun ja.
Der Unterschied zwischen den Grünen und den Piraten besteht wohl darin, dass die Grünen vor dreißig Jahren den langen Weg durch die Institutionen angetreten sind, um die Demokratie umzukrempeln, basisdemokratischer zu machen. Auch sie hatten am Anfang mit rechtsradikalen Verschmutzungen zu kämpfen. Das sind Kinderkrankheiten.
Allerdings waren die Grünen nicht antiparlamentarisch.
Das kann man den Piraten schon ein bisschen unterstellen.
Sie wollen ja schließlich „Liquid Democracy“, also eine „flüssige Demokratie“.
Da steht natürlich zu befürchten, dass diese verflüssigte Demokratie eines Tages auf die Felder gefahren und in einem gewaltigen Shitstorm der Erde übergeben wird. Da können wir nur hoffen, dass nicht zuviel braune Scheiße dabei ist.
Norbert Röttgen wird so oder so Angela Merkel verlassen müssen. Damit geht einer ihrer fähigsten Minister - der Mann, der die Energiewende umsetzen sollte. Vielleicht ist das aber auch nur einer der merkelschen Tricks, ein Thema abzusetzen, dass ihr beim eigenen Klientel immer wieder auf die Füße gefallen ist.
Angela Merkel kann sich freuen – entweder ist die FDP am Ende nur noch handzahm oder sie gibt ihr den willkommenen Anlass, den ungeliebten Koalitionspartner ein für allemal zu entsorgen.
Dass Martin Lindner so gehypt wird, kann ich mir nur damit erklären, dass viele ihn mit Patrick Lindner verwechseln.
Zurück nach Berlin: Hier begann der Siegesszug der Piraten. Mit 9 Prozent aus dem Stand heraus. Ich glaube aber, dass vor allem die jungen Leute die Piraten gewählt haben, weil sie dachten, dass Jonny Depp dann Bürgermeister wird.
Liebe Menschen!
Im Mai gibt es nicht nur Wahlen sondern auch mich LETZTMALIG mit meinem Soloprogramm „Ein Tritt frei!“ im Kookaburra Comedy Club in Berlin. Bei mir als Gast wird die junge wunderbare Liselotte Lübke aus Hannover sein.
Vom 10.-12. Mai sind wir ab 20.30 Uhr für sie da!
Ansonsten entnehmen Sie meine aktuellen Termine wie immer dem Terminplan.
Der Kommentar geht über den 1. Mai – wie auch anders. Es gibt tolle Spargelrezepte und dazu noch ein Gedicht.
Bis bald!
Ihre/Eure
Helene Mierscheid



